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Dorf Spaatz (Gemeinde Havelaue)
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Vermutlich siedelten in der Umgebung von Spaatz im 5. Jh. germanische Semnonen und Lango-barden. Bis in die frühromanische Zeit hinein, war der slawische Unterstamm der Wenden, die Heveller, ansässig. Von dem Wort „Heveller“ soll der Flussname „Havel“ abgeleitet worden sein. Wissenschaftliche Untersuchungen verweisen aber die Namensgebung des Flusses bereits in die germanische Siedlungsperiode. Mit Beginn der Christianisierung unter Kaiser Otto I. im 10.Jh. wurden die Slawen durch deutsche Ritter, meistens nach kriegerischen Auseinandersetzungen, in östlichere Gebiete verdrängt.

Durch den Bau der Feldsteinkirche in der Dorfmitte, wahrscheinlich Ende des 12. Jh., bekam der Ort als Straßenangerdorf sein bis heute noch typisches Aussehen. Im Jahre 1245 wurde der Ort als „Tydericus de Spadiz“ (ein in Spaatz ansässiger Dietrich ?) erstmals schriftlich erwähnt. Alten Quellen zufolge soll der Ortsname "Spaatz" übersetzt „der Vogel“ bedeuten. Ob der in jüngerer Vergangenheit bis in unserer heutigen Zeit dargestellte Storch im Ortswappen gemeint wurde, ist nicht überliefert. 1441 wurde durch eine Lehnsbestätigung des Kurfürsten Friedrich II. für die Herren von der Hagen der Ort „Spaczow“ aufgeführt. Im 18.Jh. wandelte sich der Ortsname endgültig in „Spaatz“. Bereits Ende des 15. Jh. zerfiel der Ort nach neuen Besitzrechten in drei Teile (von der Hagen; von Wuthenow; von Rauchhaupt bzw. von Bornstedt auf Hohennauen). Das Spaatzer Rittergut befand sich in der Nähe des Dorfzentrums. Dieses Gut war aber kaum von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Bis zum 30-jährigen Krieg (1618-48) befand sich ca. 2 km westlich von Spaatz das Wendendorf „Wetzlin“, welches von den durchziehenden Schweden völlig zerstört wurde. Um 1700 und um 1800 wurde Spaatz durch Großbrände sehr stark heimgesucht. In allen Zeiten, bis Anfang des 20.Jh., hatten die Einheimischen durch Elbe- und Havelhochwasser ständig gegen verheerende Überschwemmungen anzukämpfen. Im Jahre 1566 stieg das Wasser so hoch, dass die gesamte Spaatzer Bevölkerung flüchten musste und sich 4 Wochen lang in einem Feldlager unterbrachte.

Um 1800 zählte das Dorf  15 Bauern- und 8 Kossäthengüter. 1840 hatte der Ort 44 Wohnhäuser. Die meisten der sichtbaren großen Bauerngehöfte (sog. Vierseitenhöfe) entlang der Spaatzer Hauptstrasse erhielten etwa zwischen 1890 bis 1920 ihr heutiges Aussehen. Durch den Anschluss des Dorfes an die Eisenbahn entstanden entlang der Nebenstraßen nach 1904 weitere An- und Ausbauten .

Heute leben in den Ort ca. 400 Einwohner.  

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)           

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