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Dorf Wolsier (Gemeinde Havelaue)
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Über die Ursprünge der Besiedlung des Ortes gibt es, wie auch bei anderen Orten des Ländchens Rhinow, nur spärliche Hinweise. Dennoch ist vermutlich im 5. Jh. eine Besiedlung durch germanische Langobarden und später bis zur Frühromanik durch slawische Heveller erfolgt. Im Zuge der Christianisierung unter Kaiser Otto l. wurden die Slawen im 10. Jh. in östlichere Gebiete verdrängt.

In alten Quellen wurde der Ort als "Wolsöre" und bis ins 19. Jh. als "Wohlseer" bezeichnet. Eine Übersetzung des Namens ist nicht bekannt. In der Folgezeit bestimmten deutsche Ritterfamilien die Entwicklung des Dorfes. 1437 wurde das Dorf durch eine sog. "Lehnritterguf"-Bestätigung des Kurfürsten Friedrich II. an die Familie von Wuthenow übertragen und erstmals schriftlich erwähnt. 1510 gingen die Besitzrechte an die Herren von der Hagen über.

Das Dorf Wolsier lag bis zu einem Großbrand am Beginn des 18. Jh. etwas südlicher, an der sog. "Wörthe". 1722 wurde das Dorf mit der heutigen sichtbaren Straßenangerform neu errichtet. Die Kirche entstand in ihrer Steinfachwerkform im Jahre 1752. Das es in früheren Zeiten bereits eine Kirche gegeben haben muss, belegt die Jahreszahl "1526" auf einer der Glocken.

Ein Anziehungspunkt für die Einheimischen aus Wolsier und dem heutigen Ortsteil Prietzen, bildete in der Vergangenheit der zwischen beiden Dörfern liegende "Kienberg" (59 m). Alte Überlieferungen besagen, dass auf diesem Berg einmal eine Kapelle gestanden haben soll, die u. a. auch als Zufluchtsort für die umliegenden Dörfer bei Hochwasser der Havel diente. Des Weiteren versorgten sich die Einheimischen hier mit Lehm und Kies für ihre Häuser. Bekannt im Ländchen Rhinow war der Kienberg bis in den 1970-er Jahren durch das traditionelle "Kienbergfest" im Frühjahr.

Im April 1874 brannte Wolsier wegen der Häuser, die bis dahin vorwiegend aus Lehmfachwerk mit Schilfrohrdächern errichtet wurden, nochmals vollständig nieder. Danach wurden die Gehöfte etwas weiter auseinander gezogen und prägen die heutige Dorfansicht.

Im Dorf Wolsier leben jetzt rund 100 Einwohner.

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)

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