Der Ort mit seinen etwa 70 Einwohnern, unmittelbar am Fluß Havel gelegen, wurde wahrscheinlich schon im 5. Jh. durch germanische Langobarden und bis zur Frühromanik durch wendische Slawen (Heveller) besiedelt. Die einstige alte slawische Siedlung befand sich auf dem sog. „Kietz". Seit jeher wurde hauptsächlich die Fischerei betrieben. Dass gerade das Havelland typisch war für slawische Besiedlungen, belegt, wie auch bei vielen anderen Ortsnamen, der Name Parey. Übersetzt bedeutet er soviel wie „der Fluss" (wendisch: „Poreke"). Vom Wort „Heveller" hat auch der Fluss „Havel" seinen Namen. Eine andere Schreibweise aus dem 16. Jh. lautete „Barei". Mit der Christianisierung ab dem 10. Jh. unter dem deutschen Kaiser Otto L, wurden teilweise die Slawen in östlichere Gebiete verdrängt. Seit dieser Zeit hat der Ort seine Gestalt als Straßenanger- oder Gassendorf. Das Dorf Parey wurde erstmalig durch eine Belehnung des Grafen von Lindow 1450 urkundlich erwähnt. Von 1563-1723 „beehrte" Kurfürst Joachim IV. dem Magdeburger Domherrn Arndt von Treskow diesen Ort. Danach wechselten die Adelsfamilien häufig. So u. a. auch an die Grundherren des Ritterguts Schollene. 1541 wurde von einer „Tochterkirche" von Schollene in Parey berichtet. Diese Backsteinkirche erhielt 1830 und durch einen neuen Turm 1849 ihre heutige Gestalt. Eine Glocke stammt aus dem Jahr 1578. Im Jahre 1624 lebten im Dorf u.a. „15 Fischer". 1840 gab es in Parey 16 Wohnhäuser. Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-48) brannte der Ort mehrmals ab. Jahrhundertelang heirateten die Bauernsöhne und -töchter nur über die Straße oder von einem Dorfende zum anderen. Erst nach dem 2. Weltkrieg kam durch Vertriebene aus dem Osten (u.a. Tschechoslowaken) „frisches Blut" in das Dorf. In der Neuzeit, insbesondere zwischen 1962- 1985, bekam Parey durch die Errichtung von 60 Bungalows am „Kreuzberg" immer mehr Bedeutung für Erholungssuchende. Im 20. Jh. wurde der Ort als storchenreichstes Dorf Europas berühmt. Besonders in den 1960er Jahren gab es teilweise bis zu 19 Storchennester. Leider sind durch notwendige Renovierungen an den Häusern und Scheunen nur noch wenige Nester erhalten geblieben.
Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz) |