Schulwesen in Spaatz

Die Chroniken berichten erstmals im Jahr 1566 von einem im Dorf ansässigen evangelischen Pfarrer. Ob schon zu diesem Zeitpunkt eine Schule bestand, ist nicht überliefert. Vermutlich wurde nur Kindern reicher Bauern Privatunterricht gegeben. Ab 1690 wird erstmals von einem Küster und Lehrer mit Namen Peter Klinkau berichtet.

Das erste Schulgebäude stand auf dem ersten rechten Grundstück der heutigen Rhinower Straße. Diese Straße wurde zur damaligen Zeit auch “Köststeige“ (Köst = Küster) genannt. Das Schulhaus war dort bis zum Jahr 1828 vorhanden. Da es schon damals zu klein war, wurde im gleichen Jahr ein neues Schulgebäude, heute Hauptstraße 17, gegenüber der Gaststätte errichtet, so wie es noch heute in seiner Bauanlage zu sehen ist. In dem Gebäude befanden sich ein großes Klassenzimmer und die Wohnung des Lehrers. Die Hauswände waren ursprünglich aus Lehm und das Dach mit Schilfrohr bedeckt. Am 30. Mai 1872 brannte die Schule bis auf die Grundmauern ab. Danach wurde es mit Klinkersteinen massiver errichtet.

Die Kinder des Dorfes besuchten die Schule - anders wie heute - nur in den Herbst- und Wintermonaten, da sie im Frühjahr und Sommer auf den Feldern ihrer Familien mitarbeiten mussten. Diese Unterrichtsform nannte man auch Saisonschule und war teilweise bis Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf den Dörfern üblich. Da es nur ein Klassenzimmer gab, waren alle Schulkinder von 6 bis 14 Jahre beim Unterricht zusammen, also die Klassen 1 – 8. Auch der Verfasser erlebte seine ersten 3 Schuljahre zwischen 1970 und 1973 wie folgt: die 1. Klasse hatte das Fach Lesen, die 2. Klasse Rechnen und die 3. Klasse Heimatkunde - und das alles in einem Raum zur gleichen Zeit mit einem Lehrer ! Schulferien gab es erst mit der Einführung des ganzjährigen Unterrichtes Anfang 1960/61.

Viele Jahrhunderte bekam der Lehrer sein Verdienst in Form von Naturalien durch die Bauern ausbezahlt, z.B. Fleisch, Eier, Holz zum Heizen, Getreide usw. Im 19. Jahrhundert wurde dann das Schulgeld eingeführt, welches die Bauern schulfähiger Kinder zu entrichten hatten. Mit der Gründung der DDR 1949 wurde der Schulbesuch kostenlos und der Staat übernahm alle durch den Schulbetrieb entstandenen Kosten.

Bis 1973 war in Spaatz die Schule als so genannte Teiloberschule vorhanden und wurde auf Grund staatlicher Umstrukturierungsmaßnahmen geschlossen. Von da an gingen die Schüler nach Rhinow zur der damals moderneren Polytechnischen Oberschule „Juri Gagarin“ in der bis zu 800 Schüler von der 1. bis 10. Klasse unterrichtet wurden. Anfangs fuhren die Schüler mit der Bahn zur Schule, später wurden sie, und so ist es heute noch, mit Schulbussen befördert.

Zwischen 1965 und ca. 1985 wurden teilweise die Räume, da die Lehrerwohnung leer stand, von der Gemeindeschwester als Arztstation und vom Sportverein als Billard-Raum genutzt. Danach wurde durch Modernisierungsmaßnahmen das Gebäude Kindertagesstätte umgebaut. Seit 2001 ist das Gebäude in Privatbesitz.

Die Lehrer von Spaatz waren (leider fehlen einige Namen):

1690 – 1734             Peter Klinckau

1735 – 1758             Johann Gottlieb Quast

(danach wohl bis 1761 nicht besetzt)

1761 – 1781             Friedrich Christoph Rühle

1781 – 1809             Johann Daniel Regelin

1809 – 1840             Samuel Bergemann

1840 – 1874             Johann Joachim Schreiber

1875 -     ?               Franz Jetschmann

(anschließend bis 1945 nicht bekannt)

1945 – 1963            Fräulein Ruth Fleischmann, Herr Beier,

Fräulein Paulke, Herr Pahling, Herr Spude

 

1963 – 1973             Jürgen Mertin, Horst Sommer,

Marita Werth

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)

News-Ticker
Impressionen
CDU Landesverband
Brandenburg
Ticker der
CDU Deutschlands
Landesverband Brandenburg