Dorf Wassersuppe (Gemeinde Seeblick)

Der Ort Wassersuppe mit seinen etwas über 100 Einwohnern, liegt in einer reizvollen Landschaft, direkt am Hohennauener See. Das Dorf und das ca. 3 km nördlich befindliche Witzke wird im Volksmund zusammen auch als „Kathrinenländchen“ genannt. Dieses ist darauf zurückzuführen, dass eine Katherine von der Hagen auf Hohennauen im 18. Jh. die beiden Dörfer als Hochzeitsgeschenk erhalten haben soll.

Die Ursprünge der ersten Besiedlung liegen im Dunkeln. Es ist aber davon auszugehen, dass bis zum Frühmittelalter hier schon slawische Unterstämme der Wenden (Heveller?) ansässig waren. Bezeichnend dafür ist auch die mundartliche Schreibweise des Ortsnamen: „vota `zupa“ oder „V`atrosiby“. Dies soll ein Spottname sein, der sich aus „v`atr“ = Wind und „sibati“ = werfen, schlagen; also „Windschläger“ zusammensetzt. Die Schreibweise ähnelt sehr noch heutigen Ortsbezeichnungen in der Gegend des Spreewaldes bzw. der Niederlausitz, von der heute das Ursprungsgebiet der slawischen Wenden angenommen wird. Eine andere Übersetzung stammt aus der Zeit nach der Christianisierung ab dem 10. Jh. durch deutsche Ritterexpansionen. Demnach bedeutet „Watersip“, „Watersoop“ mittelniederdeutsch soviel wie „Wasser (Water-) eines träge rinnenden (-sip, -soop) Baches oder Flusses“. Ab dem 16. Jh. gab man dem Namen einen Sinn mit „Watersuppe“ und später verhochdeutscht „Wassersuppe“.

Seit dieser Zeit hat der Ort die endgültige Gestalt eines Sackgassendorfes in nord-südlicher Ausstreckung. Urkundlich erwähnt wird das Dorf 1441 und 1445 durch eine Belehnung des Kurfürsten Friedrich II. an die Herren von der Hagen auf Hohennauen. Von 1480 – 1745 gelangte Wassersuppe in den Besitz derer von Wuthenow. Nach weiteren kurzen Besitzerwechsel erhielt die Familie von der Hagen (Katherine…?) 1775 den Ort zurück. 1780 baute diese am südlichen Dorfende ihr Gutshaus und eine dazugehörige Ziegelei. Die Manufaktur bestand aber nur bis etwa 1900. Bis um 1800 waren am See noch Reste einer alten Burg mit Wall und Graben vorhanden. Durch die Wirren des 30-jährigen Krieges (1618 – 1648) und einer Pest im Jahre 1631 starb das Dorf zwischenzeitlich völlig aus.

Die heute sichtbare Dorfkirche ist ein Fachwerkbau in Saalform von 1756 mit barocken Rundbogenfenstern. In früheren katholischen Zeiten wurde bereits von einem „Patronat“ (1459) und einer „Tochterkirche von Witzke“ (1541) in Wassersuppe gesprochen. Durch einen vor wenigen Jahren gegründeten Förderverein zur Erhaltung der Kirche konnten bereits viele Sanierungsarbeiten in und an dem Gotteshaus umgesetzt werden.

Die unmittelbare Nähe zum See und die friedvolle Lage in einer naturschönen Umgebung werden seit einigen Jahren wieder stärker von Ruhe und Erholung suchenden Touristen geschätzt.

 

Erzählung aus Wassersuppe/Witzke:

Nach der Pest 1631 soll die Wiederbesiedlung im Jahre 1636 durch eine Einquartierung des Regimentes des kaiserlichen Oberst Jentz stattgefunden haben:

„Es haben sich damals Soldaten gefunden, die Vögel gehabt, welche sich nachdem ihre Herren ihnen etwas in die Ohren geredet, auf solche Orte niedergelassen, wo die armen Leute ihre Güter verscharrt hatten. Die Soldaten haben dann alles gefunden und preisgemacht.“

 

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)