Dorf Witzke (Gemeinde Seeblick)

Das Dörfchen Witzke, mit seinen ca. 120 Einwohnern, liegt ganz in der Nähe des gleichnamigen Sees. Der Witzker See hat eine Fläche von 76,5 ha und eine direkte Verbindung zum Hohennauener See. Der Ort gehört wie auch das etwa 3 km südlich liegende Wassersuppe zum sog. „Kathrinenländchen“ (seit Ende des 18. Jh. nach dem adligen Fräulein Katherine von der Hagen auf Hohennauen). Vorslawische Besiedlungen konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Mit slawischen Wenden (Heveller?) wird aber ab dem 7. Jh. eine Ringburg in Verbindung gebracht, deren Reste nach ihrer Aufgabe im 9. Jh. noch heute an der Verbindungsstraße zwischen Witzke und Elslaake auszumachen sind.

Aus dem Wendischen leitet sich der alte Ortsname „Vysock“ ab, was übersetzt soviel heißt, wie „hoch gelegener Ort in einem Sumpf“. Nach der Unterwerfung der Slawen durch deutsche Einwanderer ab dem 10. Jh., bekam Witzke seine bis heute sichtbare Gestalt als Gassen- oder Luchdorf.

Aus den Jahren 1441 und 1445 stammen die ersten Erwähnungen des Ortes „Wistock“ durch eine Lehnskopie des Kurfürsten Friedrich II. an die Adelsfamilie von der Hagen auf Hohennauen. Die Ortsnamen „Wistock“ und „Wittstock“ aus dieser Zeit haben keinen Bezug zu der in der Prignitz liegenden Stadt Wittstock. Für genau 5009 Taler kaufte ein Achim von Wuthenow den Ort „Witzke“, welcher nach damaligen Aufzeichnungen zu den ärmsten in der Mark Brandenburg zählte.

Während des 30-jährigen Krieges (1618-48), laut Bericht eines ansässigen Pastors aus dem Jahr 1713, war Witzke mit seiner strategischen Lage ein Rekrutensammelplatz für kaiserliche, kurbrandenburgische oder schwedische Truppen. Der Legende nach, soll bei einer verheerenden Pest (1631) nur noch eine „steinalte“ Frau überlebt haben.

Nach mehreren Besitzerwechsel, gelangte das Dorf „Witsche“ mit 6 Bauernhöfe und 8 Kossäthen ab 1775 wieder in die Güter derer von der Hagen (Katherine…?).

Die Dorfbewohner litten in den Jahrhunderten ständig unter Havel- und Elbehochwasser (1651 und 1709 erwähnt) und waren oft, aufgrund der höheren Ortslage, von Außenwelt abgeschnitten. Erst 1906 wurde ein Damm aufgeschüttet, der die Verbindung zu den umliegenden Dörfern bei solchen Naturereignissen aufrecht erhielt.

Von einer Dorfkirche wurde bereits 1541 gesprochen. Das heutige Kirchengebäude ist ein Fachwerkbau in Saalform, erbaut auf einem Backsteinsockel im Jahr 1820.  

 

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)