Dorf Kleßen (Gemeinde Kleßen-Görne)

Der Ort Kleßen liegt etwa 5 km westlich von der Stadt Friesack und unmittelbar an dem gleichnamigen 56 ha großen See. Vermutlich wurde bereits in vorchristlicher Zeit die hiesige Umgebung von Menschen besiedelt. Davon zeugen archäologische Funde, u.a. Urnen, Bronzeschmuck und Steinbeile. Bis zum Frühmittelalter waren hier slawische Wenden ansässig. Aus dieser Zeit hat der Ortsname seinen ersten Ursprung („Klesc-n“ = See, in dem es Bleie/Brassen gibt). Mit der Christianisierung ab dem 10. Jh. durch deutsche Siedler bekam Kleßen als Straßendorf mit Gut seine Anlageform und eine andere Deutung des Ortsnamens; vom norddeutschen „Kliesen“ = Ort, wo viele Kienäpfel liegen.

Eine erste urkundliche Erwähnung des Dorfes „Cletzin“ stammt aus dem Jahr 1280 mit der Übernahme der Besitzrechte durch die Adligen von Grieben. Zwischen 1352 und 1872 war der Ort Eigentum der Grafen von Bredow, welche ihren Ursprung aus dem niederländischen Ort Breda oder anderen Quellen zufolge über Sachsen eingewandert sind.

Das Schloß derer von Bredow in Kleßen wurde um 1720 als eingeschossige Dreiflügelanlage errichtet. Ein Umbau der Mittelanlage zum zweigeschossigen Gebäude erfolgte um 1800 im klassizistischen Stil.

Von einer Kirche im Dorf wurde bereits 1541 („Tochterkirche von Görne“) berichtet. Die heutige Fachwerkkirche in Saalform stammt aus dem Jahr 1698, mit einem Turm von 1886. Zuletzt wurde 1927 das Gotteshaus in einen massiven Putzbau verändert.

Eine Schule war ab Mitte des 17. Jh. in Kleßen bekannt. Das noch heute sichtbare ehemalige Schulhaus wurde 1854 gebaut. Aus dem 19. Jh. erfährt man von drei verheerenden Feuerbrünsten im Dorf. 1803 z. Bsp. soll durch unkontrolliertes „Speckausbraten“ bei einem Bauern das Dorf fast vollständig niedergebrannt worden sein. Ab Mitte des 19. Jh. lebten in Kleßen bereits wieder 400 Einwohner (heute ca. 300).

Nach einer für damalige Verhältnisse kurzen Bauzeit von 2 Jahren, wurde die Chaussee Friesack-Kleßen-Stölln-Rhinow im Jahre 1894 fertiggestellt.

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz) 

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