Dorf Görne (Gemeinde Kleßen-Görne)

Das Dorf Görne, einschließlich des bewohnten Ortsteiles Dickte, liegt ca. 5 km südlich der Landstraße Rhinow-Friesack und unmittelbar am gleichnamigen 38 ha großen See.

Wie beim Ort Kleßen ist auch für Görne eine vorchristliche Besiedlung zu vermuten.

Bis zur Frühromanik siedelten hier wendische Slawen. Bekannt ist, dass bis in die Jahre des 30-jährigen Krieges (1618-48) ein durch Slawen errichteter Ringwall als Zufluchtsstätte diente. In die Zeit der Christianisierung (ab 10. Jh.) fällt die Übernahme des Ortsnamens Görne („gor`n“, „gora“ = obere, hochgelegene Siedlung) ins plattdeutsche „Goarn“ oder „Goarden“, was soviel wie „Garten“ bedeutet. Görne wurde als Straßendorf mit Gut angelegt und bekam Ende des 18. Jh. seinen heutigen Ortsnamen.

Im Jahre 1353 wurde das Dorf mit „der See to Gorne“ erstmals erwähnt und kam zugleich (bis 1872) in die Besitztümer der Adelsfamilie von Bredow (1601 wurde von einem Ritterhof „in Görden“ berichtet).

Der Ortsteil Dickte war ursprünglich ein Dorf, welches aber frühzeitig im 14. Jh. verwüstet wurde. Der Flurname Dickte bedeutet aus dem mitteldeutschen „dickede“ soviel wie Dickicht (1524 „die Hälfte der sog. Dide“). 1560 als Gutssiedlung und 1580 als Vorwerk (Schäferei) erwähnt, bekam Dickte ab 1775 seinen heutigen Namen.

Mit den Wirren des 30-jährigen Krieges litten die Einheimischen zwischen 1630 – 1675 unter der Besetzung schwedischer Söldner.

Das am Ostende von Görne liegende Schloß der Grafen von Bredow wurde 1786 errichtet und 1895/96 ausgebaut. Seit 1993 steht es untere Denkmalschutz.

Eine Schule soll bereits 1667 bestanden haben. Das der ehemaligen Gaststätte gegenüberliegende Gebäude diente als Schulhaus ab 1852.

Zwischen 1459 und 1541 wurde in Görne von einer „Mutter- bzw. Tochterkirche von Kleßen“ gesprochen. Die heutige und denkmalgeschützte Kirche ist ein Putzfachwerkbau aus dem Jahre 1728, mit einem Dachturm von 1740.

Heute leben im Dorf, einschließlich Dickte, etwa 180 Einwohner.

 

Verfasser: Guido Quadfasel (Spaatz)